Faszien faszinieren...

Faszien galten im Sport und in der Medizin bis vor kurzem als unwichtig und somit auch als uninteressant. Jahrelang hielt man dieses weisse Geflecht das unter der Haut die Muskeln und Muskelbündel umschliesst für nichts weiter als totes Füllmaterial. Somit standen sie im Hintergrund und kaum jemand interessierte sich dafür, was Faszien für Funktionen und Aufgaben übernehmen. Nun stellte sich aber heraus, dass das Bindegewebe (wie die Faszien auch genannt werden) viele Funktionen hat und über das hinaus sogar ein eigenständiges Organ ist. Es stützt / formt den Körper und ist zusätzlich mit Nervenendungen, Schmerz- und Bewegungssensoren versehen. Dadurch können sich Faszien selbständig zusammenziehen. Sie übernehmen die Kraftübertragung von Muskel zu Muskel und gewährleisten somit, dass die Muskeln miteinander kooperieren und reibungslos funktionieren. Die vielen Bewegungssensoren des Bindegewebes sind wichtige Bestandteile der Körperwahrnehmung und haben auch Einfluss auf das Immunsystem und die Psyche.

 

Experimente haben gezeigt, dass isoliertes Bindegewebe auf Stress-Botenstoffe reagiert. Das Bindegewebe, das in einer Flüssigkeit lag, zog sich bei der Zuführung von Stress-Botenstoffe zusammen, ohne dass Muskulatur vorhanden war. Somit konnte gezeigt werden, dass psychischer Stress und die damit zusammenhängende Hormonausschüttung, zu Verhärtungen im Bindegewebe führen kann. Nun ist es Gegenstand von Untersuchungen, inwieweit Faszien an der Entstehung von Schmerz aufgrund von Faszienrissen, Faszienverhärtungen und Faszienverklebungen beteiligt sind.

 

Aufgrund dieser neuen Erkentnissen wird auch klar, dass das Bindegewebe im Training beachtet und mit einbezogen werden sollte. Eine gute Möglichkeit bietet dafür die Pilates Rolle oder kleine Igelballe, die einfach, (fast) überall und von jedem genutzt werden kann. Wer mehr darüber erfahren möchte, kommt am besten in eine Probelektion Pilates der Yoga. Da wird, im Kurs mit der Rolle zum Bespiel das Bindegewebe geschmeidig gerollt! 

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