Nicht schlapp machen: Warum der Beckenboden sein Training braucht

Es passiert plötzlich und ungewollt: Beim Husten, Niesen, ruckartigen Bewegungen oder schwerem Tragen macht die Blase schlapp. Fachleute schätzen, dass rund jede 4te Frau unter den Folgen eines schwachen Beckenboden leidet.

 

Die Muskeln an Bauch, Rücken oder Beinen sind jedem ein Begriff. Bei dem Stichwort Beckenboden jedoch kommen die meisten ins Stocken. Die wenigsten Laien können erklären, was es mit dieser Muskelgruppe im unteren Becken auf sich hat und warum Frauen damit öfter Probleme haben als Männer.Wir werden erst aufmerksam, wenn in unserer Mitte etwas nicht mehr so funktioniert wie es sollte, wie z.B.:

• Unwillkürlicher Urinverlust mit oder ohne Harndrang

• Blasenschmerzen und häufige Entzündungen

• Störungen der Blasenentleerung

• Senkungen

• Verstopfung

• zur Rückbildung nach Schwangerschaft/Geburt

• unterer Rückenschmerz

• aufrechte Haltung

 

Wird der Beckenboden zu sehr beansprucht, wird er geschwächt. Das passiert zum Beispiel durch Geburten, aber auch Übergewicht oder schweres Heben.Die Überdehnung und Überlastung der stabilisierenden Muskelschichten im unteren Becken kann dann zu einer Blasenschwäche, aber auch zu beständiger Inkontinenz oder Stuhlverlust führen. In schweren Fällen kann es zu einer Senkung der Organe, zum Beispiel der Gebärmutter oder der Harnblase, kommen.

Eine leichte Schwäche zeigt sich in unkontrollierbarem Harnverlust zum Beispiel beim Niesen oder Lachen, beim Trampolinspringen oder Joggen. 

 

Stressinkontinenz nach Geburt

Den Anfang macht die sogenannte Stressinkontinenz in der Regel nach der Geburt des ersten Kindes. Bei Frauen hat der Beckenboden mittig eine kleine Öffnung. Diese wird beim Durchtritt des kindlichen Köpfchens während der Geburt stark geweitet.

Eine Geburt ist wohl die stärkste Belastungsprobe für den weiblichen Beckenboden: Man kann die Beanspruchung und Verletzung der Muskulatur durch eine Geburt im Ultraschall sehen und soll auch den Facharzt in der Nachkontrolle entsprechend fragen...

Überdehnt und schlaff, muss sich der Beckenboden nach Schwangerschaft und Geburt langsam wieder regenerieren. Beckenbodenübungen können bereits im Frühwochenbett durchgeführt werden. Krankenkassen empfehlen die Durchführung der Rückbildungskurse meist im Krankenhaus und übernehmen meistens auch die Kosten dafür. Dabei wird geraten mit der Rückbildungsgymnastik ca. 6-8 Wochen nach der Entbindung zu beginnen und den Kurs bis 12 Monate nach Geburt abgeschlossen zu haben.

Zuerst weiss man gar nicht so richtig wie 'Frau' den Beckenboden anspannen aber auch entspannen kann. Aber wenn die Frauen dann den Beckenboden wahrnehmen ist das Training leicht und sehr effektiv.  

Und auch im Alltag - das Beckenbodentraining kann jede Frau jederzeit zum Beispiel beim Sitzen im Auto oder beim Warten an der Bushaltestelle einsetzen. 

Training auch während der Wechseljahre

Doch nicht nur frischgebackene Mütter sollten sich um die Stärkung ihres Beckenbodens bemühen: Beckenboden Schweiz, empfiehlt dieses Training allen Frauen, auch in und nach den Wechseljahren. Durch den Abbau der weiblichen Hormone, vor allem Östrogen, wird das Muskelgewebe dünner, ein untrainierter Beckenboden spürbarer.

Auch Methoden aus dem Biofeedback, Entspannungstechniken wie Tai Chi, Yoga oder Pilates und gezieltes Blasentraining lindern Beschwerden.

In schweren Fällen, wenn zum Beispiel bereits eine Blasen- oder Gebärmuttersenkung eingetreten ist, ist eine Operation meist unausweichlich.

 

Tipp: Es nie zu spät mit einem Beckenbodentraining zu beginnen... nimm es als Auszeit zu deinem Alltag, an. 

 


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